Über Uns

In Ungarn wurde den Boden für einer authentischen kommunistischen (d. h. nicht auf bolschewistischen Traditionen und Einfluss beruhenden) Bewegung erst nach der Kádár-Ära bereitet. Er musste aber erstens von der westlichen kommunistischen Bewegung befruchtet werden. Unter Befruchtung ist gemeint, dass die lebhaftere westliche und lateinamerikanische Radikalerszene (mit welchem wir in engem Kontakt standen) als Inspiration für unsere aufkommende Bewegung diente. Solche kameradschaftliche Traditionen einer echten kommunistischen Bewegung haben wir sozusagen von Ausland dann importiert, welche in Ungarn das letzte Mal (verfolgt sowohl von Kader im Rahmen des weißen Terrors als auch von Stalinisten) unter dem Regime von Proletariermörder Admiral Horthy aktiv war. Währendessen im Ausland fiel die Bewegung nie fort.

Die Arbeitseifer manchen Aktivisten wurde herzlich wenig geworden sein, einen festen Fuss nach der Sturz des Bolschewismus zu fassen. Der Übergang von Bolschewismus (Marxismus-Leninismus) von Kádár zu einer privaten kapitalistischen Regime (zusammen mit ihre wirtschaftlich-politische Praxis, d. h. Diktatur des spießbürgerliche Demokratie) war unbedingt nötig zur Emergenz einer engen aber aktiven kommunistische Richtung. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Ausbau unserer Infrastruktur und der Auslandskontakte, und unter anderem Möglichkeiten zur Verbreitung unserer Publikationen, was die Bewegung dauerhaft existenzfähig macht.

In den zweiten Ausgabe (1994) des Zeitschriftes „Anarchokommunistische Aktion” haben wir einen programmatischen Manifest unter dem Titel „Die Totengräber des Kapitalismus– Klassenkampf Bund” veröffentlicht. Die Name klingt bombastisch, aber sein Inhalt war bestenfalls mittelmäßig. Es hat eher die Konservatismus, theologischer Idealismus, Dogmatismus und das Slogan-Radikalismus des heutigen „pseudo-radikal” kommunistischen Bewegung großenteils wiederspiegelt. Ebenfalls wurden Texte von Otto Rühle, Jean Barrot, die von Plattformisten und anderen Autoren (mit unseren Kommentar ergänzt) publiziert. Kommunistische, anarchokommunistische und Rätekommunistische Publikationen wurden (diesmal im Ungarischen) ans Licht gebracht - unter der Ägide von „Barrikade Pamphlets”. Die obenerwähnte Journal „Anarchokommunistische Aktion” stellt gerade alles dar, was wir jetzt hier kritisiert haben. Nachher kam eine neue Journal „Fencebreakers” (heute dienen seine Ausgaben auch als Dokumentierung des Risses innerhalb der Bewegung). Dieser war von besserer Qualität als AKA, welche nur zwei Ausgaben erlebt hat (im Rückblick ist es wahrscheinlich besser so). Die Tatsache allein, dass „Publikationen der Gruppe” ohne Beitrag, Zustimmung – oder sogar Kenntnis– der resten der Mitglieder veröffentlicht geworden sind, zeigt wie organisationstechnisch unreif und allgemein wie oberflächlich unsere Aktivität war. Mittlerweile, die Barrikade Pamphlets wurden weiterhin publiziert, mit der Name „Barrikade Kollektiv” hinzugefügt, ohne dass diese Zusatz irgendwelche Kurswechsel oder sogar ein Bruch bedeutete. Substantielle Veränderung brauchte aber, das wir uns in den „Spiegel schauten” und Selbstkritik übten - auf diese Weise könnten wir erst Fortschritte machen, unsere Theorie und Praxis verfeinern. Wir brachen Kontakt mit solchen, für wen die linke Subkultur und ihre erbärmliche spießige Karriere von höherem Stellenwert waren, als die kreative Förderung einer tatsächlichen Arbeiterbewegung.

Wie wir gesagt haben, die Pamphlets kamen vor dem Kollektiv selbst – viele Aktivisten kamen und gingen. Wir machten aber unermüdlich weiter und versuchten einen echten aktiven-produktiven Verband zu organisieren. Wir haben angestrebt, dem Knappheit an elementaren theoretischer- und Propagandaliteratur im Ungarischen, zu entgegenarbeiten.

Unsere radikale Vorläufer sind die Armer Mann von Nippur, die Bewegung von Spartakus, die Adamiten, die Revolution von Thomas Müntzer und seine Mitmenschen… Unsere Vorläufer sind die Lebensfreude, Humor und Spielfertigkeit: hommage á Rabelais. Unsere Freunde sind Thyl Ulenspiegel und Lamme... Unsere Vorgänger sind Babeuf und Enragés! Unsere Vorläufer ist die radikale kommunistische Tradition, welche an und für sich wir überschreiten sollen. Blanqui, die Kommunisten der Erster Internationale, Karl Marx und Engels… Raoul Rigault und seine Genossen von der Pariser Kommune… Unser Freund ist William Morris – die rote Sonne brennt! Unsere Vorläufer sind die aus den Dritten Internationale ausgeschlossenen Kommunisten: Die KAPD, Pannekoek, Gorter, Rühle… Die Genossen der Mexikanischen Revolution: Flores Magón und seine Kameraden, die Plattformisten die versuchten, mit den Individualanarchisten zu brechen. Die Defätisten der zweiten Wetkrieg, die Situationisten von ’68, überhaupt die Kommunisten von Revolutionen, unsere antidemokratische Geschwister. Und warum?

Die Revolution ist nicht bloß der Passionsgegenstand unserer Epoche, sondern sie ist der von Millionen von Menschen, von unseren Urahnen anlaufend – wer gegen die Fortbewegung des Tauschwertes rebellierten, welchem sie als ihren Todesfall sahen – von Marx durch Bordiga, wer in ihrem phrophetischen Ausmäße, dieser ungelöschbarer bezeugten Vorliebe für ein neues Gemeinwesen, ein menschliches Gemeinwesen. […] Alle Revolutionen der Arten sind Revolutionen die den gegenwärtigen Moment überwinden wollen, darüber hinaus welchen die Produktivkräfte erlaubten (Bordiga). Dieser Aktionsradius jenseits den Mögliches konstituiert die Kontinuität zwischen Menschengenerationen, ebenso wie die Perzeption des Kommunismus als die Vernichtung der Klassengesellschaft, des Austausches, des Wertes die Kontinuität zwischen die vielfältigen Revolutionären errichtet: Dieser ist, nach Marx, was wir den historischen Partei nennen”1 (J. Camatte)

Wenn die kommunistische Bewegung, die Dialektik der Theorie und der Praxis sich auf eine zu folgende Tradition oder Richtlinie reduziert, indem ist sie auf einmal tot. Wir sind Genossen voller Leben, deren Aufgabe vor allem ist, die Arbeiterbewegung zu begeistern, eine aktive Stellung nehmen, und die historischen Materialismus nicht nur auszuüben, sondern – nach dem Prinzip „der Erzieher selbst erzogen werden muß” – sein Praxis mit Kritisierung aller existierendes zu vertiefen.

Inzwischen müssen wir leben! Nicht aufgeben und einfach vegetieren. Asketen sollen von die Hunde des Jammertals gefresst sein! Für uns, der Kommunismus bedeutet nicht einfach eine Oase, eine Alternative, sogar keine Überlebensstrategie, sondern die Zerstörung des Kapitalismus in ihre Totalität. Kommunismus oder Tod! Das ist kein Schrei zum Opfertod, sondern die enzige relevante historische Frage unserer Zeiten. Wir sind Militanten der kommunistischen Partei– deshalb sind wir antidemokratisch und antibolschewistisch – für wem die Diktatur des Proletariats ist bloß kein Instrument zur Machtergreifung, sondern die Aufhebung der Klassengesellschaft. Unser Ansprüche sind nicht nur vernichtend, unsere rote Direktive ist die Dialektik des Kommunismus: „Wir zerstören, sodass wir bauen können, wir bauen, sodass wir gewinnen können”! Es ist klar, dass unsere Feind nicht nur die Kapitalismus im allgemeinen ist, sondern alle Sitte, welche die Lohnarbeit und die Klassengesellschaft bisher eingerichtet hat. Wir sehen einen passive, selbstbeschränkendende Arbeiterklasse der sich jeden Tag mehr und mehr entfremdet. Wir sehen die Welt der falschen Bewusstseins, und wir sehen ein solcher ideologischer-praktischer-organisatorische Erbschaft (Sozialdemokratie, Bolschewismus, Gewerkschäfte, Volksfronten) welche die Kapitalismus oder sogar die bolschewistischen Regime aufhält. Die Kommunisten von gestern waren eine geringe Minderheit, und es ist heute auch so. Es herrscht allgemein die Zersplitterung, eine atomisierte Arbeiterklasse, die sich immer mehr in der Welt des Kapitalismus integriert. Wir sehen eine bourgeois Übermacht, der uns von allen außer einer absolutes Minimum deprivieren will. Die kommunistische Programm ist vorhanden und deklariert, aber dieser allein genügt nicht. Wir müssen kreativ Leben, unser Kampf organisieren und analysieren. Wir müssen den Kapitalismus herunterbringen durch die und Vereinigung der Praxis und der Theorie des Kommunismus.

Während wir als Kommunisten unter uns debattieren, frisst die Kapitalusmus unser Zukunft! Bäume sterben, Felder werden wüstenhaft, Wasser ist kontaminierte Kotze, das Essen ist industrielle Abfall, Katzen beginnen zu bellen, Hunde mausen, wir werden zu ein Held einer Dystopie, eine Atombunker suchend… Ein Kind sucht Schutz unter einem Tannenbaum.

Wir kämpfen, wir sabotieren, aber die Frage taucht immer wieder auf: Wie könnten die in die Enge getriebene Arbeiter, der fundamentalistische Islamist, das kristliche Insekt, das nationalistische Biest zu Klassenmilitanten werden? Wie und wann wird der entfremdeten sozialen Existenz zu einer proletarischen Klassenmilitant werden? (Und wir haben die Frage der verelendeten „Skelette” nicht einmal nur gestreift.) Wir stellen auf theoretischen Ebene fest, dass die ausgebeuteten von ihren Sozialbestanden, von die Billionen dialektischen Bewegungen radikalisiert werden. Es besteht keine Zweifel davon, dass die Bewegung in Arbeit ist (gleichwie mittlerweile wie das Zersetzung des Kapitalismus), ihre Ziel ist aber zur Zeit gegenrevolutionär. Es bleibt uns dann nur laut auszurufen: Kommunismus oder Tod! Denn wir uns den Tod nähern: Enteignung, Entbehrung. Unser Sozialleben besteht aus folgenden: Wir sind exploitiert, hingerichtet, voneinander entfremdet. (Die Arbeiterklasse ist kein passiver Leidender in diesem Fall: Sie akzeptiert (und sogar unterstützt) den Status Quo mit ihrer Verhalten von gesetzestreuen Massen). Inzwischen verschlechtert sich unsere Gesellschaft weiter, aber die Geschehnisse müssen (oder sollten) von uns überwacht sein. Wie und inwiefern? Gegenwärtige Formen des Bewusstseins unter dem Arbeiter – von welchem das Subjekt eines Revolutions neu entsteheht- sind kaum revolutionär oder sogar gegenrevolutionär. Die heutige Arbeiterklasse is nichts mehr als eine Name – und sie lehnt diese Bezeichnung sogar ab! Bisher haben wir, Kommunisten, viele Niederlagen erleidet. Die Frage besteht, wie könnten diese Niederlagen zu Siegen werden! Unser Tätigkeit muss unbedingt diese Frage wiederneu konfrontieren. Es ist die Aufgabe von Kommunisten und des selbstorganisierenden Proletariats den Pfad fürs Kommunismus vorzugeben, vorzuführen und verwirklichen. Das Kommunismus ist kein illusorisches Vision von einer klassenlosen Gesellschaft, sondern er setzt den Ziel, der Praxis des Lebens weltumfassend auszubretien: d. h. das Menschengeschlecht, der um sich kommunal kümmert!

Aber genug jetzt von Formeln! Lass uns zu die Praxis, die Praxis der Kommunisten kommen, so wir den klassenlosen, weltweiten Gemeinswesen erfahren können, die frei von Ausnutzung, Nationen, Staaten, Arbeit, und Familien: der Kommunismus!

Es lebe die Diktatur des Proletariats! Es lebe die kommunistische Partei!

Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!



Barrikade Kollektiv

Frühling 2012





1 Wenn auch wir Bordigas Leninismus und seine absurde, unbegründeten Anklagen über dem anti-bolschewistischen Richtungen ablehnen, es ist zweifellos dass der Geist seiner Tätigkeit und seiner Schriften (die hilften, in vielfältiger Weise die Kontinuität der kommunistischen Kritik der kapitalistischen Produktionsweise in vielen Punkten zu aufrechthalten) das "Feuer des Kommunismus" ist. In diesem Sinne geht er mit Marx und den anderen kommunistischen Revolutionären zusammen.